Herzlich Willkommen beim Weinbau Bernart Helmstetter!

 

Mitten im Ortskern des idyllischen Weinorts Bürgstadt liegt unser Weinbaubetrieb, der bereits seit über 100 Jahren in Familientradition geführt wird. Bei uns erhalten Sie faszinierende Frankenweine aus eigenem Anbau.

Mehr über unser Angebot an Rotweinen, Weißweinen, Roséweinen und spritzigen Perlweinen sowie Likören und Edelbränden aus eigener Herstellung erfahren Sie hier. (siehe Unsere Angebote / Frankenweine)


Viel Spaß auf unserer Homepage!

 

Ihre Familie Werner Helmstetter & Rita Burkard

 

Main-Echo vom 01.02.2018 http://www.main-echo.de/5397035

Häcke in Bürgstadt schließt für immer ihre Pforte

Betreiber hören aus Altersgründen am 13. Februar auf

Bürgstadt Donnerstag, 01.02.2018 - 12:05 Uhr

Mit ei­ner Trä­ne im Knopf­loch wer­den Wer­ner Helm­s­tet­ter und Ri­ta Burk­hard am
13. Fe­bruar ih­re Hä­cke in der Mar­tins­gas­se für im­mer sch­lie­ßen. Da­mit en­det die Ära der Hä­cker­wirt­schaf­ten aus der gu­ten al­ten Zeit mit Wohn- und Schlaf­zim­mer­f­lair. Und vie­le Hä­cke-Be­su­cher wer­den die haus­ge­mach­te Wurst, die le­cke­ren, an­ge­räu­cher­ten Blut- und Le­ber­würst­chen so­wie den selbst ge­räu­cher­ten Schin­ken ver­mis­sen.

 

»Als 2011 unser Bruder Martin aus gesundheitlichen Gründen aus der Helferriege unserer Familienhäcke ausschied, blieben meine Schwester und ich mit unseren Familien übrig und wir kommen nun auch ins Rentenalter«, begründet Werner Helmstetter die Entscheidung. Ein Nachfolger war leider nicht in Sicht. Leicht gefallen ist ihnen der Schritt nicht, merkt man im Gespräch. »Der Weinbau geht ja weiter«, betont Werner Helmstetter, so dass der Kontakt zu den Kunden und Weinliebhabern nicht abreißt. Die freie Zeit wollen sie mit den Enkelkindern, die in ganz Deutschland verteilt leben, verbringen.
Tradition seit 1932
Schaut man auf die Anfänge, findet sich in Aufzeichnungen über Häckerwirtschaften ein Eintrag, dass August Helmstetter II vom 18. März bis 2. April 1932 die Häcke hatte und im familiären Keller- und Kontrollbuch ist 1935 »Ausschankwein« vermerkt. August Helmstetter II war der Großvater von Werner, Martin und Rita. Ab 1932 wurde das Wohnzimmer ein- bis zweimal im Jahr ausgeräumt, um Platz für die Gäste zu schaffen, später kam die Schlafstube dazu. Das blieb bis 2010 so.
Werner Helmstetter erinnert sich noch gut daran, dass er als kleiner Kerl im Nebenraum der Häckestube schlafen sollte. Das Wohnzimmer war ausgeräumt worden und ab Mittag saßen dort die Gäste, darunter auch einige Damen mit Stricksachen. Damals war die Speisekarte sehr übersichtlich: Knobelinchen mit wahlweise Schwarz- oder Weißbrot, Brot mit Hausmacher-Wurst und Salzbrezeln zum Knabbern. Dazu gab es Wein, Wasser oder Saft. »Sobald wir ein Glas tragen konnten, durften wir Kinder mithelfen, die Gäste zu bedienen«, erinnern sich die beiden nach wie vor gut.
Bis heute ist die Häcke ein reiner Familienbetrieb. Für das Wohl der Gäste und ein Schwätzchen nebenbei sorgen die Geschwister Rita Burkhard und Werner Helmstetter und wenn es eng zugeht, dann schlängelt sich Tochter Manuela durch die volle Stuben. Chefin in der kalten Küche ist Martina Helmstetter und mit Michael Burkhard und Ehefrau Natalie ist die nächste Generation für die warmen Speisen zuständig. Gekocht wird auf dem mit Holz befeuerten Herd, den keiner missen wollte. Als »Mädchen für alles« erledigt Bernhard Burkhard die Arbeiten, die niemand sieht. Helmstetters Häcke ist eine der letzten ohne Konzession. Deshalb dürfen nur 40 Personen mit »einfachen Speisen« bewirtet werden. Da gibt es weder Kaffee noch Kuchen oder Dessert. Dafür sind die Essiggurken selbst eingelegt, echte Hausmannskost eben.
Bis 2002 gab es selbst gebackenes Brot und auch die Butter war hausgemacht. Mit dem Tod der Mutter verschwanden diese Spezialitäten von der Speisekarte. Bis heute stammen die Wurst und der Schinken aus der Hausschlachtung. Und die Rippchen und Leiterchen werden frisch aus dem Kessel aufgeschnitten. »Das schmeckt man einfach«, sind die Küchenchefs überzeugt.
Das wissen auch die Stammgäste, die sogar aus Olpe kommen, wo sie morgens um 6 Uhr in den Zug steigen, um in Bürgstadt die Häcke zu besuchen. Der letzte Zug bringt sie abends wieder nach hause. »Die Bürgstädter Häckerwirtschaften zeichnet die gute Qualität aus«, ist Werner Helmstetter überzeugt. Immerhin lassen die Gäste aus dem Rhein-Main-Gebiet Erlenbach, Klingenberg und Großheubach links liegen. Und wenn es keinen Platz mehr gibt, wird zusammengerückt oder auf der Treppe zum Obergeschoss gewartet. »Wir hatten sogar einen Gast, der seinen eigenen Tisch mitbrachte. Die Tischbeine waren unterschiedlich lang, so dass er auf der Treppe sitzend seinen Wein und ein Vesper genießen konnte«, erinnern sich die Winzersleute lachend.
Froh ist Werner Helmstetter, dass es mit der Nachbarschaft in all den Jahrzehnten keine Probleme gab. »Wenn es zu laut wurde, kamen sie einfach rüber und feierten mit.«
Annegret Schmitz

 

Wir sagen Danke

 

Liebe Gäste und Weinkunden,

 

Viele von Ihnen sind uns seit Jahren oder sogar Jahrzehnten verbunden. Für diese Treue und Ihre zahlreichen Besuche in unserer traditionellen Häckerwirtschaft möchten wir uns sehr herzlich bedanken. Es war uns immer eine große Freude, Sie in unserem Haus zu bewirten.

Schweren Herzens beenden wir nun diese jahrzehntelange Tradition und verabschieden uns in den Ruhestand. Am 13. Februar 2018 hat unsere urige Häckerwirtschaft zum letzten Mal geöffnet.
Selbstverständlich können Sie weiterhin ganzjährig unsere Flaschenweine hier im Weinbau kaufen. Auch bereits erworbene Gutscheine behalten ihre Gültigkeit.

Bleiben Sie gesund, ganz herzlichen Dank und auf Wiedersehen!

Die Familien Werner Helmstetter und Rita Burkard
sowie das gesamte Häcketeam